Madeira – mein Besuch auf der Blumeninsel des Atlantiks

Madeira

Liebe Urlaubsfreunde,
nachdem die portugiesische Vulkaninsel Madeira schon lange auf meiner persönlichen Reise-Wunschliste stand, war es im September diesen Jahres endlich soweit. Wer denkt bei Madeira nicht auch sofort an den betörend vollmundigen Wein? Die Insel zu erkunden bedeutet insgesamt eine Reise für die Sinne. Mit meiner Ankunft wurde mir spürbar klar, weshalb das Eldorado für Wanderlustige auch „Blumeninsel im Atlantik“, „Insel des ewigen Frühlings“ oder „Grüne Perle im Ozean“ genannt wird. Wo man hinblickt grünt und blüht es in überwältigender Üppigkeit.
Die Temperaturen sind ganzjährig frühlingshaft bis frühsommerlich und steigen kaum über 30 Grad. Mit 24 Grad hat das Meer im September seine höchste Temperatur. Nachts war es hingegen für in unseren Breiten gewohnte Verhältnisse mit 19 Grad verhältnismäßig warm. Madeira ist ganzjährig ein optimales Reiseziel. Eine ganz besonders beliebte Reisezeit ist jedoch auch die Zeit Ende Dezember in den Januar hinein.
Die Landebahn des Funchal Airport muss übrigens bis Herbst 2000 für Adrenalin-Junkies ein Highlight gewesen sein. Denn bis dahin betrug die Landebahn lediglich 1.781 m. Diese wurde 2000 auf 2.777 m verlängert. Besonders faszinierend finde ich das aufwändige Stützenbauwerk, unter dem eine mehrspurige Autobahn verläuft, so dass man direkt unter der Landebahn hindurch fährt.

Madeira lässt sich auf vielerlei Arten erkunden – verschiedene ortsansässige Veranstalter bieten geführte Rundfahrten oder Wanderungen an, die man über die Hotelrezeption oder die Reiseleitung buchen kann. Wer es individueller mag, ist mit einem Mietwagen gut bedient oder kann sich mit Karte und guter Ausrüstung selbstständig auf die Trekkingstiefel machen. Auf Madeira ist eine Levadawanderung ein absolutes Muss. Die Wanderrouten an den von Menschenhand gebauten  Wasserläufen, der die Insel ihren Wasserreichtum und die üppige Vegetation verdankt, gibt es in verschiedenen Schwierigkeitsstufen.

Levadawanderung „25 Fontanes“ in Rabacal
Wir haben uns für die 25 Fontanes-Levadawanderung in Rabacal (1.064 m ü.d.M.) entschieden. Die Wanderung zu den Levadas führt inmitten durch eine atemberaubende, waldreiche Landschaft mit alten Lorbeerbäumen, verschiedenen Farnen, Moosen und Flechten sowie an menschengroßem Löwenzahn. Für die Wanderung an den Levadas selbst ist Schwindelfreiheit von Vorteil. Am Ziel wird man begrüßt von den Risco-Wasserfällen, die in den feuchten Monaten zu den spektakulärsten Katarakten Madeiras gehören.

Porto Moniz-Tour
Der Ausflug in das im Nordwesten gelegene Porto Moniz begann mit einem Besuch des pittoresken Fischerdorfs Camara de Lobos. Weiter ging es nach Ribeira Brava, einem ehemaligen Fischerstädtchen an Madeiras Südwestküste. Interessant fand ich  hier besonders das Kirchturmdach der hübschen Dorfkirche Igreja de Sao Bento, das in berühmt-madeirensischer Mosaikkunst gestaltet war. Aufgrund seiner blauweissen Fliesen mutete es mir jedoch auch irgendwie bayerisch an.
Weiter ging es rauf zum Encumeada-Pass in 1.007 m Höhe mit einem wunderschönen Ausblick auf die Nord- und Südküste. Der nächste Stop war in Sao Vicente, ein malerisches Örtchen, umgeben von wilder Hochgebirgslandschaft. Über Seixal, dessen laut Reiseführer „weit ausgreifendes Land einer ins Meer patschende Tatze“ ähnelt ging die Rückfahrt über das Hochmoor Paul de Serra. Hier fühlt man sich plötzlich umgeben von der bizarren Landschaft und auch vom feuchtkühlen Klima her direkt nach Schottland versetzt. Einfach traumhaft. Porto Moniz an der nordwestlichen Inselspitze hat touristisch einiges zu bieten. Eine besondere Attraktion ist das, was man in Deutschland „Schwimmbad“ nennen würde: natürliche Wasserbecken aus Lavagestein direkt im Meer. Der Wasseraustausch ist durch die ständige Brandung gewährleistet und somit nebenbei ein ganz natürliches „Wellenbad“. Am Ende unserer Tour besuchten wir die Steilklippe Cabo Girao (Kap der Umkehr), mit 580 m die zweithöchste Klippe der Welt. Hier konnten wir einen Blick von ganz oben auf die eben vorbeisegelnde Santa Maria im türkisfarbenen Meer werfen.

Ausflug nach Santana
Madeira SantanaAllein schon wegen dem äusserst wohlklingenden Namen wollte ich Santana besuchen. In Santana existieren noch einige wenige dieser von Bildern bekannten strohgedeckten, schmucken schnuckeligen Häuschen. Allerdings sind diese kaum noch bewohnt. Wer einmal ein solch winziges Häuschen von innen gesehen hat, bekommt eine Ahnung, weshalb das so ist. Die Räumlichkeiten sind äusserst beengt. Die Kinder, so habe ich mir z.B. sagen lassen, wurden meist im oberen Stockwerk untergebracht. Sozusagen direkt unter dem winzigen Dach, jedoch nicht von innen erreichbar, sondern nur von aussen durch eine Leiter. Einige Kinder (und sicher auch Eltern) würden hierzulande zumindest bei letzterem jubeln.
Die Fahrt nach Santana führte über den bekannten Poiso-Pass in 1.412 m Höhe zum Pico do Arieiro (1.818 m), dem dritthöchsten Gipfel Madeiras. Die Aussicht soll dort sehr schön sein. Ich kann dazu leider nichts sagen, da aufgrund von Nebel nichts, aber auch wirklich rein gar nichts zu sehen war. Auch das hat mich irgendwie an so manchen Ausflug in Schottland erinnert. Weitere Stationen der Santana-Tour waren der Portela-Pass nach Machico, der zweitgrößten Stadt Madeiras. Desweiteren Santo da Serra und Camacha, berühmt für seine Korbflechterei.

Funchal und Segeltörn Santa Maria
Funchal (wilder Fenchel) ist das pulsierende Zentrum der Insel, in der ca. die Hälfte der Madeirenser lebt. Einen  Tagesausflug würde ich empfehlen, um einen Einblick in diese vielseitige Stadt mit ihren Altstadtgässchen, Kirchen, Palästen, Museen oder der langen Hafenpromenade zu bekommen. Wir haben unseren Funchal-Besuch mit einem Segeltörn entlang Madeiras Küste auf der Santa Maria verbunden – einer fast maßstabsgetreuen Replik jenen Schiffs, mit dem Christoph Kolumbus um die Welt segelte. Oben frei sitzend auf diesem Holzsegelschiff wurde ich einmal mehr bewusst, wie beengt damals der Wohnraum war – und wie winzig das Schiff. Insbesondere, als wir uns bei der Rückfahrt zum Hafen der mächtig großen AIDAluna gegenüberfanden, die gerade anlegte. Die Fotoapparate wurden auf beiden Schiffen gezückt um das Gegenüber bildlich festzuhalten.

Unterkünfte
Die meisten Hotels befinden sich in Funchal und Umgebung. Die Hotels auf Madeira sind hauptsächlich im 4*-Bereich, also gehobene Mittelklasse. Viele Hotels bieten ein breitgefächertes Wellnessangebot, so dass sich Wandern und Wellness wunderbar kombinieren lassen. Im großen,  ursprünglicheren Bereich der Insel finden sich viele romantische Landhotels oder Landhäuser mit ganz besonderem Charme.

Golden Residence**** – get the feeling
Madeira Hotel Golden ResidenceWir haben uns für das Hotel Golden Residence in der Nähe von Funchal entschieden. Es liegt direkt auf einer Klippe oberhalb von „Doca do Cavacas“ und „Praia Formosa“ mit einem phänomenalen Panoramablick auf den Atlantik und die die Steilküste „Cabo Girao“.
Ein Einkaufszentrum und weitere Einkaufsmöglichkeiten befinden sich nur wenige Laufminuten entfernt. Ebenso eine regelmäßig angefahrene Bushaltestelle. Get the feeling – das ist bei diesem Hotel tatsächlich Programm. Bei dem Golden Residence handelt es sich um ein ruhiges, stilvolles Hotel. Mit seinem puristischem Design und avantgardistischer Inneneinrichtung weckt es Wohlgefühl und lenkt die Aufmerksamkeit auf das Wesentliche.  Alles wirkt gefestigt und entspannt – das Personal, die Gäste, die gesamten Einrichtungen, wie z.B. Golden Spa, Golden Care, das Restaurant. Mit seiner kleiner Bibliothek, Leseraum, Internetraum, Yoga-, Meditationsraum, Friseur, verschiedenen Wellnessangeboten, einem ruhigen Poolbereich und vielem mehr an Komfort bietet sich das Golden Residence meiner Meinung nach perfekt an für einen längeren Urlaub.
Übrigens ist das Hotel baulich und von der Einrichtung her komplett barrierefrei konzeptioniert und bietet auch medizinisch-pflegerische Betreuung an.
Besonders angetan hat es mir das Restaurant – der Schwerpunkt liegt auf knackfrischer, leichter internationaler Küche. Besonderen Wünschen in Bezug auf die Kost kommt nach Rücksprache die Küche gerne nach. Auch VeganerInnen sind in diesem Hotel gut aufgehoben. Professionell und freundlich wurde mit einer Leichtigkeit und Selbstverständlichkeit das Buffet in diese Richtung umgestellt, so dass eine Extra“tofu“ wurst wirklich nicht nötig war. Die Karaffe Sojamilch am Frühstücksbuffet ist dort Standard. Das Restaurant hat einen angenehm gestalteten Innenbereich und am Pool mit traumhaftem Ausblick aufs Meer eine überdachte Terrasse. Aufgrund der spektakulären Klippenlage kann es passieren, dass ab und zu Paraglider fast zum Greifen nahe über einen hinweggleiten.
Angebote Hotel Golden Residence inklusive Flug >>

Mein Fazit zum Reiseland Madeira
Madeira ist nicht nur eine Reise wert, sondern mehrere oder längere. In den 8 Tagen habe ich mehr gesehen als ich es anfangs für möglich gehalten hatte und hatte trotzdem noch zwischendurch die Zeit, einfach am Pool entspannen, zu schwimmen und die Seele baumeln zu lassen. Madeira ist definitiv ein Paradies für Wanderfreunde. Die Blumeninsel hat aber noch so viel mehr zu bieten. Wer es lieber quirlig mag und Kultur genießt, wird sich direkt in Funchal wohl fühlen. Wer lieber weniger zentral und abgelegener urlaubt, findet im ruhigen Landesinneren jede Menge wunderschöner Landhotels oder Landhäuser.

Madeira ist kein Reiseziel für den typischen Badeurlaub, bzw. Strandliegenurlaub – Schwimmen lässt es sich dennoch gut. Vereinzelt finden sich kleine Strände oder künstlich angelegte Lavagesteins-Schwimmbäder – Wellenbäder by nature – mitten im Meer oder im hoteleigenen Pool. Für Wellness-Liebhaber bieten viele der Hotels der meist gehobenen Klasse entsprechende Wellnessprogramme oder Spa-Bereiche, in denen es sich nach einem Wandertag wunderbar entspannen lässt.
Überwältigend ist die üppige Vegetation. Ich hatte das Gefühl, dass dort alles wächst, ausser Kokosnüssen. Die madeirensische Küche ist bodenständig und einfach – pur eben. Da trotz enorm hohem Früchte- und Gemüseanteil traditionell fast überall etwas Fleisch, Wurst oder Ähnliches beigefügt wird, empfehle ich Vegetariern und Veganern ein Hotel mit Halbpension oder ein Appartement mit eigener Verpflegung. In den kleinen Restaurants und Gaststätten „auf dem Land“ existiert “vegetarisch” weder als Kategorie noch als Gericht irgendwo versteckt. Ähnlich eigentlich wie in ländlicheren Bereichen im deutschsprachigen Raum auch.
Die Supermärkte hingegen führen ein durchaus erwähnenswertes Sortiment an Sojaprodukten und natürlich Obst und Gemüse direkt von der Insel selbst. In Hotels oder gehobeneren Restaurants wird man durchaus fündig.

Ich hoffe, ich konnte Ihr Interesse an der Blumeninsel wecken oder vertiefen.
Herzliche Grüße
Sabine Patzina

Einen Kommentar schreiben

Comment Spam Protection by WP-SpamFree